Infodrom Oldenburg: angebotene Dienste
Dieser Text beschreibt viele der angebotenen Dienste von Infodrom
Oldenburg. Es soll so ein gewisser Überblick gegeben werden.
Electronic Mail
Einer der wichtisten Dienste ist der Versand und Empfang von
persönlichen Nachrichten. Dieser Dienst funktioniert weltweit, da
Infodrom einen schnellen Draht zum Internet hat. Die Auslieferung
von eMails dauert idR noch nicht einmal einen Tag (das schafft die
Sackpost nicht). Über die international registrierte Adresse werden
Nachrichten aus aller Welt sicher zugestellt.
Um die Mails zu lesen, stehen verschiedene Möglichkeiten zur
Verfügung:
- elm - ein unter Unix weit verbreitetes Programm zum Lesen und
Schreiben von Mails und Verwaltung eines Adressbuches. Für die
Benutzung stehen eigene Handbücher zur Verfügung
- POP3 - Postoffice Protocol. Hier werden die Nachrichten auf
Infodrom zwischengespeichert und können mit einem POP-Client (wie
z.B. Popmail oder Eudora) übertragen und gelesen werden. Diese
Möglichkeit bietet sich gerade dann an, wenn die Benutzerin ein
schönes POP-Mail-Programm benutzen will oder wenn sie am lokalen
Netzwerk teilnimmt.
- smtp - Simple Mail Transport Protocol. Elektronische Nachrichten
können auch per smtp aufgegeben werden. Das ist die übliche
Methode im Internt. Dazu muß auf dem Zielrechner ein SMTP-Mailer
laufen. Diese Möglichkeit bietet sich dann gerade für
Teilnehmerinnen am lokalen Netzwerk an, die einen Unix-Rechner
betreiben.
- uucp - Unix-to-Unix-CoPy. Bei dieser Art werden die Nachrichten in
einem bestimmten Verzeichnis zwischengelagert, um zu einem
späteren Zeitpunkt abgeholt zu werden. Gelesen werden die Mails
dann auf dem eigenen Rechner. Die Belastung von Infodrom Oldenburg
ist hierbei die geringste.
Empfängerinnen im Internet werden idR nach spätestens einem
halben Tag erreicht, im Usenet (ohne Internet) dauert es etwas
länger und für Empfängerinnen auf Mailboxen (mit
dazwischenliegeden Gateways) in bis zu 5 Tagen. Das liegt aber in
der Struktur der Mailboxnetze, die allesamt per Store-and-Forward
Nachrichen austauschen.
Die Größe von Nachrichten ist nicht zwingend limitiert. Da die
Kapazitäten der Leitungen (besonders die Internationalen) endlich
sind, sollten eMails nicht größer als 1 MB sein. Binärdateien
KOENNEN NICHT transportiert werden. Diese müssen vor dem Versand
umgewandelt werden. Zu diesem Zweck stehen auf Infodrom die
Programme uuencode und uudecode zur Verfügung.
Nachrichten in Fremdnetze (z.B. MausNet, Fidonet) unterliegen
zusätzlich den Beschränkungen des Fremdnetzes. So dürfen Mails,
die ins Mausnet gehen, nicht größer als 16 kB sein, und aus
technischen Gründen besteht für das Fdonet eine Limitierung von 64
kB.
Net News
Der wohl zweitwichtigste Dienst im Internet sind die NetNews:
weltweite Diskussionsforen. In diesen Foren wird über
unterschiedliche Themen diskutiert. Teilweise sind die
Diskussionsteilnehmerinnen auf der ganzen Erde verteilt, teilweise
sind die Foren auf Deutschland, Oldenburg oder Infodrom beschränkt.
Das schöne an diesen Foren ist, daß alle Teilnehmerinnen ohne
Vorurteile akzeptiert werden und daß man immer mitdiskutieren kann
- sofern man die Zeit sazu hat. Im Gegensatz zu normalen
Diskussionen müssen die anderen einen nicht zu Wortkommen lassen.
Hier kann die Benutzerin selbst entscheiden ob und wann sie
mitmischen will.
Auf Infodrom Oldenburg stehen kontinuierlich mehr als 200 MB an
öffentlichen Nachrichten zur Verfügung. Täglich trudeln bis zu 10
MB neue Nachrichten ein, während allnächtlich alte umweltfreundlich
entsorgt werden.
Es sind Nachrichtengruppen zu verschiedenen (manche behaupten, zu
allen möglichen) Themenbereichen vorhanden. Teilweise finden diese
Diskussionsforen weltweite Verbreitung, was ein breites Publikum
bedeutet bzw. eine große Leserschaft.
Eine Liste aller vorhandenen Diskussionsforen liegt im Vereichnis
/pub/texte/Infodrom. Es sind die Dateien active und newsgroups
(kommentiert, aber nicht vollständig). In der Datei olis.active
sind alle Gruppen eingetragen, die binnen eines Tages völlig
unproblematisch geordert werden können.
Zum Lesen und Schreiben von NetNews stehen verschiedene
Möglichkeiten zur Verfügung:
- nn (, tin, rn) - Newsreader, die unter Unix weite Verbreitung
gefunden haben. Weitere können bei Bedarf installiert
werden. Es können bestimmte Tehmenbereiche ausgewählt
werden. Für diese Programme existieren meistens eigene
Anleitungen.
- nntp - NetNews Transport Protocol. Die Artikel werden im Internet
idR über NNTP transportiert. Dieses Protokoll ist aber so
konzipiert, daß so auch Artikel gelesen werden können. Das
bietet sich z.B. dann an, wenn die Benutzerin einen schönen
Newsreader hat oder am lokalen Netz von Infodrom Oldenburg
teilnimmt. Für DOS und Windows gibt es dazu z.B. die Trumpet
Newsreader.
- uucp - Unix-to-Unix-CoPy. Bei dieser Art werden die Nachrichten in
einem bestimmten Verzeichnis zwischengelagert, um zu einem
späteren Zeitpunkt abgeholt zu werden. Gelesen werden die
Artikel dann in aller Ruhe auf dem eigenen Rechner. Die Belastung
von Infodrom Oldenburg ist hierbei die geringste.
Datei-Archiv
Auf Infodrom Oldenburg steht ein reichhaltiges Angebot an Dateien
zur Verfügung. Diese Daten sind explizit für die Öffentlichkeit
gedacht und mit viel Mühe einsortiert worden. Das Archiv ist
derzeit ca. 500 MB groß. Es umfaßt unterschiedliche Bereiche wie
z.B. Oldenburger Stachel, Linux, Internet Programme, Texte aller Art
usw. Die einzelnen Bereiche werden später noch genauer beschrieben.
In diesem Archiv befinden sich zwei Index Dateien, die den Inhalt
dieses Bereiches beschreiben. Diese Listen werden allnächtlich neu
generiert. Sie heißen ls-lR und ls-find. Die Datei ls-lR kann als
Datenbasis unter XP benutzt werden.
Auf dieses Dateiarchiv kann praktische jede Person zugreifen, die
irgendwie Infodrom Oldenburg erreichen kann. Hierzu bestehen
folgende Möglichkeiten:
- /pub - auf Infodrom ist die Installation so, daß der komplette
öffentliche Bereich im Verzeichnis /pub/ zu finden ist. Das
erleichtert die Sache für Online-Benutzerinnen ungemein.
- ftp - der komplette Bereich mit öffentlichen Daten befindet sich
auf dem FTP-Server ftp.Infodrom.North.DE. Mit dem Programm ftp
kann eine Verbindung aufgebaut werden und in dem Verzeichnis pub
liegt der komplette Bereich abholbereit.
- uucp - alle externen Benutzerinnen können auch UUCP-Protokolle
benutzen, um auf das Dateiarchiv zuzugreifen zu können. Dabei
kann ~/pub oder /pub als Pfad benutzt werden.
- nuucp - Anonymous UUCP. Im Unterschied zum normalen UUCP bedarf es
hier keines eigenen Logins und Paßwortes, sondern eines
allgemeinen. In diesem Fall muß als Login nuucp und als Paßwort
auch nuucp eingetragen werden. Es kann der eine Modemport oder
auch der TCP Port 540 benutzt werden
- bbs - Bulletin Board System. Für alle Leute, die mit dem obigen
nichts anfangen können, besteht noch die Möglichkeit, das
Mailbox-System zu nutzen. Dabei kann der vorhandene Modemport
benutzt werden. Als Login ist dazu bbs einzugeben. Dann wird das
Mailbox-System geladen und da stehen eigene User zur
Verfügung. Für Schnupperinnen ist das Login dort gast und
das Paßwort ebenfalls. Es ist also praktisch ein System im
System.
IRC - Internet Relay Chat
IRC bietet viele hundert Diskussionsforen zu allen möglichen
Themen. In Echtzeit können sich weltweit Benutzerinnen über
gesellschaftliche oder auch technische Themen austauschen, oder sich
auch einfach nur mit anderen Menschen unterhalten.
Zur Zeit des Golfkrieges war dieses Medium berühmt berüchtigt,
denn in Israel saßen z.B. einige Menschen an ihren Terminals und
berichteten live von den Angriffen. Da war keine staatliche Behörde
und kein Militär dazwischen, das Informationen herausgefiltert hat.
Um IRC machen zu können stehen einige Server (irc.fu-berlin.de,
irc.uni-paderborn.de, irc.uni-erlangen.de, ...) zur Verfügung.
Für IRC gibt es Clients für DOS, Windows, Mac, VM und Unix. Im
Augenblick ist nur letzterer vorhanden. Das Programm heißt 'irc'.
DIESER DIENST KANN NUR DANN GENUTZT WERDEN, WENN EINE DIREKTE
VERBINDUNG ZUM INTERNET BESEHT. INFODROM MUSS ALSO DAZU EINE
TEMPORÄRE VERBINDUNG ODER EINE PERMANENTE (Standleitung) AUFBAUEN.
IRC ist noch aus einem Grund berühmt berüchtigt. Es soll einige
"Addicts" geben - Süchtige. Einige Leute können, einmal
angefangen, micht mehr davon lassen. Es sollen auch schon nur
deswegen Standleitungen beantragt worden sein... Ihr seid gewarnt.
IRC kann seit neuestem nicht nur während einer Verbindung zum
Internet genutzt werden, sondern auch lokal im LAN. Zu diesem Zweck
existiert ein eigener IRC Server (irc.infodrom.north.de oder einfach
irc). Dieser muß als Server angegeben werden. Auf diesem Server
werden aktuelle Dinge besprochen. Es ist beabsichtigt, diesen Server
mit einigen (kleinen) im Internet zu verbinden, wenn eine temporäre
Verbindung aufgebaut wird.
WWW - World Wide Weg
Übersetzt heißt das "Weltweites Netz" oder "Weltweites Gewebe",
wobei die zweite Übersetzung den Sachverhalt am besten trifft. WWW
ist ein Dienst des Internets, der im Augenblick groß im Kommen ist,
da er - wie z.B. die NetNews - völlig dezentral angeboten wrden
kann und zudem die Programme völlig einfach zu benutzen sind.
Das Entscheidende beim WWW ist die Tatsache, daß Informationen
aller Art, wie z.B. Grafiken, Sounds, Videos etc., angeboten wrden
können und praktisch jede Person als Anbieter auftreten kann. Jede
Benutzerin von Infodrom Oldenburg kann Daten für WWW zur Verfügung
stellen. Dazu muß ein Home-Verzeichnis auf dem Rechner existieren
und dort werden die Daten im Verzeichnis public_html abgelegt. In
jedem darunter liegenden Verzeichnis wird eine Indesdatei index.html
angenommen. Das Format HTML solcher Daten wird in
http://www.Infodrom.North.DE/Infodrom/HTMLPrimer.html
beschrieben. Formulare bzw. Programme sind dmit dem Systembetreiber
abzusprechen.
Solange noch keine Standleitung zum Internet (respektive zur Uni
Oldenburg) vorhanden ist, kann mit dem Systembetreiber ein
Mechanismus installiert wrden, der es ermöglicht, daß die Daten
auch außerhalb des LANs im Internet zu Lesen sind - kostenlos.
Übertragen werden die Daten allesamt mit HTTP (HyperText
Transmission Protocoll). Das setzt eine direkte Verbindung (LAN,
SLIP) mit dem Rechner www.Infodrom.North.DE voraus. Es existieren
praktisch für alle Systeme entsprechende Clients:
- X-Windows: NCSA Mosaic, NetScape
- OS/2: NCSA Mosaic, WebExplorer
- MS-Windows: NCSA Mosaic, WinWeb, Cello, NetScape
- System 7 (Mac): NCSA Mosaic, NetScape
- DOS: Lynx (nur Text)
- tty: Lynx (nur Text)
telnet, rlogin - Remote Login
Infodrom Oldenburg bietet seinen Benutzerinnen die Möglichkeit, von
außen auf das System zuzugreifen. Hierzu ist ein Account auf dem
System notwendig. Es stehen dann alle Dienste zur Verfügung. So
können z.B. Mails gelesen werden, obwohl sich die Benutzerin in
einer anderen Stadt aufhält.
Mit den Programmen rlogin und telnet kann aber auch eine Verbindung
zu entfernten Rechnern aufgebaut werden, um z.B. dessen
Rechenleistung zu nutzen.
MUD - Multi User Dungeon
ein MUD ist ein Rollenspiel, das von seinen Benutzerinnen ständig
weiterentwickelt und ausgebaut wird - auch wenn gleichzeitig
gespielt wird. Es gibt eine ganze Reihe solcher Rollenspiele.
Ggf. Mail an miracle@diamant schicken und ihn fragen.
Archie
Archie ist ein Dienst im Internet, der es ermöglicht,
herauszufinden, auf welchen FTP Servern die gesuchten Dateien
liegen. Die Archie Server haben in vielen hundert MB FTP indiziert
und suchen bei einer Anfrage nur noch in ihrer lokalen Datenbank nach.
Auch Infodrom Oldenburg kann diesen Dienst anbieten. Allerdings
läuft hier kein echter Archie Server. Dazu fehlt die Kapazität
(was Platte, Speicher & Rechenzeit angeht) völlig. Aber eine
abgespeckte Version läuft hier. Sie bietet nicht alles, was echte
Archie Server bieten, aber es reicht.
Der eigene Server kann von einem Online Account mit dem Befehl
ioarchie bedient werden. Er kann aber auch mit einer Mail an
archie@infodrom.north.de zum Suchen aufgefordert werden. Da dieser
Dienst extrem Ressourcen-intensiv ist, sollte die Suche nach
Möglichkeit auf einzelne Server beschränkt oder nachts
durchgeführt werden.
Die Archie Server im Internet sind über die Programme xarchie
(X-Windows) oder winarchie (MS-Windows) zu erreichen. Es kann aber
auch eine telnet-Verbindung zum Server aufgebaut werden. Das Login
ist dann "archie". Die bequemste bzw. zuverlässigste Möglichkeit
ist, den Server per Mail zu bedienen und sich die Informationen per
Mail zuschicken zu lassen. Dazu muß eine Mail an den Account
"archie" auf dem jeweiligen Server geschickt werden. Mit dem
Schlüsselwort "help" gibt es eine Bedienungsanleitung.
Einige Archie Server sind: archie.th-darmstadt.de, archie.sura.net,
archie.ans.net, archie.funet.fi, archie.luth.se.
Joey, Oldenburg, 10.01.95