Infodrom Oldenburg: Glossar

Inhalt

BitNet

Bevor es das Internet in Europa gab, existierte ein Rechnerverbund BitNet, in dem die Forschungseinrichtungen organisiert waren. Man hatte sich darauf geeinigt, daß jede Teilnehmerin genau eine Standleitung zum Nachbarn finanziert und so ein großer Ring geschaffen wird. Die Namen sahen auch etwas kryptisch aus: doluni1 (Uni Oldenburg), dmrhrz1 (HRZ der Uni Marburg, djukfa1 (Kernforschungszentrum Jülich). [1: Länderkürzel, 2+3: Städtekürzel, 4-6: Einrichtung, 7: Betriebssystem (1=VM))

Flames

Flame heißt Flamme und das ist hier auch gemeint. Das wirst Du spätestens dann verstehen, wenn Du selbst von Flames heimgesucht wirst. Flames sind ein Teil des Selbstregulierungsmechanismusses des Usenets.

Wenn sich eine Benutzerin daneben benimmt oder offensichtlich gegen diverse Regeln (z.B. die des guten Tons oder der Benutzerordnung) verstößt, hagelt es in der Regel Beschwerdebriefe (eMails) von vielen anderen Netzteilnehmerinnen, die ziemlich aufgebracht sind. Solche Flames sind oft ziemlich überschwenglich.

Solche Flames gehen meistens nicht nur als eMail ein, sondern werden häufig auch öffentlich in die Gruppen geschrieben. Damit das nicht überhand nimmt, wurde eine spezielle Flame-Gruppe de.alt.flame eingerichtet. Dort sind auch die notorischen Flamer zu finden. P-)

Internet

Salopp gesagt beinhaltet das Internet alle Rechner, die mit der Internet-Protokollfamilie TCP/IP miteinander kommunizieren. Genaugenommen trifft das nur auf solche Rechner zu, die jederzeit im Internet erreichbar sind. Das heißt konkret, daß diese Rechner eine (Quasi-)Standleitung (zum Internet) haben.

So hat z.B. der Haupt-Server des North-Nets, die OLIS, eine analoge Standleitung zur Uni-Oldenburg, die wiederum einen WiN-Anschluß hat und darüber am Internet teilnimmt.

Jedes Rechnernetz, das auf der Internet-Protokollfamilie TCP/IP basiert ist ein (nicht das!!) Internet.

IP-Nummer

Jeder Rechner im Internt muß eine eindeutige IP (Internet Protocol) Nummer zugewiesen bekommen. Das ist praktisch die Adresse auf Netzwerk-Ebene. Da sich niemand diese Nummern merken kann, wurden Rechnernamen und Domains eingeführt und die Zuweisungen in Nameservern verwaltet.

Modem

Modem ist eine Abkürzung für MOdulator/DEModulator. Ein Modem wandelt digitale Signale, wie sie z.B. vom Computer kommen, in akustische Signale um, damit diese z.B. über Telefonleitung transportiert werden können.

Bei PCs wird ein Modem üblicherweise an der seriellen Schnittstelle angeschlossen. Heute übliche Geschwindigkeiten sind 14.400, 19.200 und 28.800 Baud.

NCSA - National Center for Supercomputing Architecture

Dieses amerikanische Unternehmen ist im Internet sehr bekannt. Dort wurde nämlich Software entwickelt, die z.B. bei der NASA Anwendung findet, aber auch solche, die freigegeben wird und im Internet benutzt wird. So ist z.B. Mosaic eine Entwicklung des NCSA oder auch das TCP/IP Paket für DOS, das hier Einsatz findet.

RFC - Request for Comments

Diese Dokumente beschreiben die Standards im Internet. Sie werden verteilt erstellt, diskutiert und als "Draft"-Version veröffentlicht. Erst einige Zeit später werden sie zum Standard erklärt. So beschrieb z.B. der RFC822 ursprünglich das Format einer eMail und der RFC 1036 das Format eines NetNews-Artikels. Mittlerweise gibt es bon beiden eine erneuerte Fassung. Die meisten (einige sind leider verschollen) RFCs liegen auf ftp.Infodrom.North.DE im Verzeichnis /pub/texte/RFC bereit.

TCP/IP - Transmission Control Protocoll / Internet Protocoll

Dieses ist die berühmt berüchtigte Internet Protokollfamilie. Mit diesen Protokollen wrden Daten im Internet ausgetauscht. Technich laufen diese Protokolle über alle Leitungen (10Base2-Ethernet, Telefonleitungen, ISDN, 10Base10-Ethernet etc.).

Store-and-Forward

Store-and-Forward bedeutet, daß Nachrichten (bzw. Daten) auf einem Rechner (Feed) zwischengelagert werden und zu bestimmten Zeiten abgeholt werden. So spart man sich die Kosten für Standleitungen und bei entsprechend hoher Frequenz ist der Unterschied kaum zu spüren.

Unix

Unix wird oft auch liebevoll "Tunix" genannt, was aber nicht daher kommt, daß ein Unix nichts tut, sondern eher des Gegenteils wegen.

Unix ist ein Multitasking- und Multiuser-Betriebssystem. Damit erlangt es besondere Qualifikationen in Bereichen, wo mehrere Programme gleichzeitig laufen sollen - z.B. auf einem Informationssystem.

Unter Unix können gleichzeitig mehrere Benutzerinnen parallel arbeiten und dazu noch diverse Software, die z.B. eMails ausliefert.

Usenet

Das Usenet bezeichnet alle Rechner, die per eMail und/oder NetNews erreichbar sind. Das schließt die meisten Rechner des Internets mit ein, beinhaltet aber auch alle Point- bzw. Store-and-Forward- Systeme.

In der Regel endet diese Definition an den Nachrichten-Gateways, was zur Folge hat, daß das Fido-Net, MausNet u.ä. nicht dazu gezählt werden.

UUCP - Unix-to-Unix-CoPy

UUCP ist ein typisches Store-and-Forward Protokoll. Daten werden auf einem Feed (bzw. Server) zwischengelagert und zu einem späteren Zeitpunkt abgeholt.

Dieses Protokoll wurde früher vornehmlich zwischen zwei Unix-Rechnern eingesetzt, woher auch der Name resultiert. Mittlerweile müssen es aber nicht zwingend Unix-Systeme sein, die auf diese Art miteinander Daten austauschen. Es gibt UUCP-Pakete für alle gebräuchlichsten Plattformen.

WWW - World Wide Weg

Übersetzt heißt das "Weltweites Netz" oder "Weltweites Gewebe", wobei die zweite Übersetzung den Sachverhalt am besten trifft. WWW ist ein Dienst des Internets, der im Augenblick groß im Kommen ist, da er - wie z.B. die NetNews - völlig dezentral angeboten wrden kann und zudem die Programme völlig einfach zu benutzen sind.
Joey, Oldenburg, 30.12.94