Die ganze Aufregung rührt daher, daß das Land Niedersachsen nicht mit dem Geld haushalten kann, das ihm anvertraut wurde. In diesem Jahr muß das Land noch insgesamt ca. 2 Mrd. DM einsparen. Das muß auf alle Ressorts umgelegt werden. Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) ist dabei mit 131 Mio. DM im Rennen. Davon entfallen ca. 57% allein auf die Niedersachsischen Hochschulen (ohne außeruniversitäre Forschung).
Das ganze Dilemma fing schon im Mai an. Da kam die erste Haushaltssperre. Kurz vor der vorlesungsfreien Zeit im Sommer wurde uns vorerst der Todesstoß versetzt. Praktisch das gesamte Geld, das für das kommende Semester eingeplant war, wurde gesperrt und stand nicht mehr zur Verfügung. Das hatte zur Folge, daß der Fachbereich keine Tutoren einstellen und keine Stellen wiederbesetzen konnte.
Damit hatten wir das Problem, daß das Lehrangebot schon vom Fachbereichsrat verabschiedet worden war, aber nun in keiner Weise gewährleistet werden kann. Der Fachbereich beschloß deshalb, das Lehrangebot vorerst formal zurückzuziehen.
Die Lage innerhalb der Universität für den Fachbereich Informatik hat sich seitdem dahingehend gebessert, daß die Einstellungen der Tutorinnen und Tutoren nachträglich doch gesichert sind. Die Mitarbeiterstellen können aber noch nicht wiederbesetzt werden, so daß das ursprüngliche Lehrangebot nur eingeschränkt angeboten werden kann.
Nichtsdestotrotz hat die Universität große Probleme, die Einsparauflagen zu erfüllen. Durch die Wiederbesetzungssperre können nur ca. 45% eingespart werden. Der Rest soll durch so fadenscheinige Aktionen wie Schwimmbadschließung, Weihnachtspause, eingeschränkter Sicherheits- und Reinigungsdienst etc. "erwirtschaftet" werden.
Ob das allerdings die Spitze des Eisberges ist, bleibt zu bezweifeln. Das MWK ließ anklingen, daß in den Haushaltsjahren '95/'96 auch einiges gespart werden soll - nur soll das diesmal besser und im voraus geplant werden.
Martin