ISDN Schnellstart

Als ich meine ISDN-Karte in Betrieb nehmen wollte fand ich leider recht wenig Informationen darueber, wie die nachfolgende Installation - speziell unter Debian - zu bewerkstelligen ist. Hier nun mein (sicherlich nicht repraesentativer) Erlebnisbericht - es ist alles viel einfacher als gedacht! :)

System: Debian GNU/Linux 2.2 (aka potato)
Hardware: AVM ISDN-Controller - FritzCard PCI
Kernelversion: 2.2.14

1. Die Kernelkonfigurarion

Voraussetzung & Konfiguration:

Voraussetzung an meinem Computer war das bereits funktionierende Netzwerk (eth0) und auch 'ppp' war bereits im Kernel aktiviert. Im vorliegendem Fall habe ich den ISDN-Treiber nicht als Modul geladen sondern wie folgt fest in den Kernel eingebaut:

<*> ISDN support
[*] Support synchronous PPP
[*] Use VJ-compression with synchronous PPP
[*] Support generic MP (RFC 1717)

<*> HiSax SiemensChipSet driver support
[*] HiSax Support for EURO/DSS1

[*] HiSax Support for AVM PnP/PCI (Fritz!PnP/PCI)

Kontrolle:

Nach erfogreichem Kernelbau muss man neu booten und mit 'dmesg' (gleich nach dem Systemstart) kontrollieren ob die Karte auch wirklich erkannt wurde. Hier sollte eine Erfolgsmeldung der Form:

Mar 20 16:07:35 neo kernel: HiSax: DSS1 Rev. 2.21
Mar 20 16:07:35 neo kernel: HiSax: 2 channels added

erscheinen.

2. Die ISDN-Konfiguration

Nun an die eigentliche ISDN-Konfiguration. Falls 'dpkg -l |grep isdn' nicht folgendes liefert:

ii isdnutils 3.0-17 ISDN utilities

dann halt schnell die benoetigten 'isdnutils' installieren. Hierbei wird ein entsprechendes Startupscript in das Verzeichnis /etc/init.d/ gelegt und natuerlich auch der entsprechende Link in /etc/rc2.d/ erzeugt, damit der Daemon, der ja die automatische Anwahl/Einwahl beim Provider vornehmen soll (immer dann w.z.B. WWW-Anfragen des Browsers in das Internet zeigen), auch automatisch gestartet wird.

Da der Daemon noch nicht ordentlich konfiguriert ist (oder doch? ;) sollte er zunaechst deaktiviert werden mittels '/etc/init.d/isdnutils stop'. Ausserdem sollte an dieser Stelle die Defaultroute mit 'route del default' geloescht werden, da die Defaultroute spaeter ueber die Dialupverbindung auf das "Internet" zeigen soll.

Nun kann man das Programm 'isdnconfig' (kommt mit den isdnutils) aufrufen und hier die Punkte 1 und 2 abarbeiten - sprich das zu verwendende Device 'ippp0' angeben. Hierbei erstellt dieses Programm die zweiKonfigurationfiles /etc/isdn/device.ippp0 und /etc/isdn/ipppd.ippp0, welche nun angepasst werden muessen.

File: ipppd.ippp0

1. Zeile 06: muss geloescht werden
2. Zeile 41: 'name Login_Name_vom_Provider'
3. Zeile 81: 'defaultroute'

File: device.ippp0

1. Zeile 04: muss geloescht werden
2. Zeile 59: die eigene Telefonnummer angeben
3. Zeile 60: die Einwahlnummer vom Provider angeben

Hinweis: Ein Beispiel wie die Telefonnummern anzugeben sind befindet sich direkt im File (einige Zeilen hoeher).

Was nun noch fehlt ist die Login_Name- und Passwortkombination im File /etc/ppp/pap-secrets oder /etc/ppp/chap-secrets (je nachdem was der jeweils verwendete Provider fordert/unterstuetzt).

File: chat-secrets

1. Zeile 01: 'Login_Name_vom_Provider    *      zugehoeriges_Passwort'

Hinweis: Natuerlich alle Zeilen ohne die umschliessenden '' schreiben.

3. Die Verbindungsaufnahme

Um beim Test einen Ueberblick zu erhalten was denn nun geht bzw. wo es klemmt ist es sinnvoll, in einem xterm ein 'tail -f /var/log/syslog' mitlaufen zu lassen.

Jetzt kann der Daemon wieder gestartet werden: '/etc/init.d/isdnutils start'. Ein 'ping 198.186.203.20' sollte den Daemon nun veranlassen die Telefonnummer des Internet-Providers zu waehlen und eine ppp-Verbindung zu starten (incl. dem Setzten der Defaultroute).

Ebenso sollte ein 'ping www.debian.org' funktionieren, insofern der DNS (des jeweiligen Providers) ordentlich in das File '/etc/resolv.conf' in der Form 'nameserver IP_des_DNS' eingetragen wurde.


Ingolf Schuchardt