Mit ihren Unterschriften fordern die Jugendlichen die Kündigung der Freistellungsverträge, die die Länder mit dem "Grünen-Punkt-Schwindler" Duales System geschlossen haben, und auf dessen Basis das Duale System derzeit in den Ländern agiert. Fallen diese Verträge, fällt auch das Duale System - was nach der Verpackungsverordnung bedeutet, daß ein Zwangspfand auf Dosen und andere Einwegverpackungen erhoben wird.
"Einen Ausweg aus der Sackgasse unserer Müllflut bietet nur eine konsequente Müllvermeidung" so Sören Janßen vom Projekt Total tote Dose, "aber kein Grüner Punkt". Dies wollen die Jugendlichen auch am Donnerstag in Berlin deutlich machen, wenn sie scheppernd zum Umweltsenat in Berlin ziehen. "Die Verpackungsverordnung reicht nicht aus, um die Müllawine zu stoppen", meint Christine Ströder, Mitorganisatorin aus Berlin. Die Jugendlichen fordern ein klares Verbot von überflüssigen Einwegverpackungen wie die Getränkedose und stattdessen die Einführung normierter Mehrwegverpackungen.Die Umweltschützer sorgten schon öfter für Schlagzeilen unter dem Motto "Total tote Dose". 70.000 Getränkedosen zierten beispielsweise bei einem "Anti-Dosen-Tag" im November '93 den Bonner Münsterplatz. Im Mai dieses Jahres zeigten mehrere Jugendgruppen in der ganzen Bundesrepublik im Rahmen eines Aktionsmonates vor Ort Initiativen. Hier baumelten wiederum Dosen an Gerüsten, dort wurde mit Marktleitern über einen Getränkedosenverzicht verhandelt.