Kürzungen in Millionenhöhe unzumutbar

1,3 Millionen Mark müssen noch in den nächsten Monaten gespart werden

Als unzumutbar hat der Präsident der Universität, Prof. Dr. Michael Daxner, der neuen Kürzungserlaß der Landesregierung bezeichnet, nach dem die Hochschule voraussichtlich in den kommenden sechs Monaten insgesamt 1,3 Millionen Mark in ihrem Sach- und Personalhaushalt streichen muß. Der Hochschulbereich könne bei allem Verständnis für die finanziellen Nöte der öffentlichen Hand nicht beliebig gemolken werden. Zum Wintersemester sei die Sicherstellung der Lehre in Teilbereichen zumindest stark gefährdet, betonte Daxner.

Weiter erklärte der Präsident, mit dem Kürzungserlaß seien auch die vorsichtigen Ansätze der Landesregierung, im Hochschulbereich eine Politik des regionalen Ausgleichs einzuleiten, wieder unrealistisch geworden. Die Universität Oldenburg habe in den vergangenen Jahren einen großen Sprung nach vorn gemacht. jetzt drohten ihr Stillstand und Rückschritt.

Unabhängig von den spezifischen Problemen Oldenburgs müsse man feststellen, das es nicht von Weitsicht des Staates zeuge, gerade in dem Bereich zu sparen, der für die Zukunftsabsicherung einer hochentwickelten Industrienation von allergrößter Bedeutung sei, sagte Daxner weiter. Einschnitte, wie sie jetzt von allen Universitäten verlangt würden, forderten Widerstand und Unruhe geradezu heraus. Ausgaben im Bildungsbereich seien immer Investitionen für die Zukunft. Deshalb müsse sich der Staat genau überlegen, ob er ausgerechnet an dem Ast sägen wolle, auf dem die Geselllschaft stize. Tatsächlich sei seit Mitte der 70er Jahre der Anteil für die Hochschulbildung am Bruttosozialprodukt kontinuierlich zurückgegangen.

Quelle: Uni-Info, 6/94, Seite 1

Joey, 14.9.94