Unibad bleibt geschlossen

Christian Wopp: "Schaden so größer, als wenn es läuft"

Oldenburg. 4.1 Millionen DM soll die Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg noch in diesem Jahr einsparen, heißt es aus Hannover. "Deshalb wird jetzt innerhalb der Universität überall durchgeforstet, ob es Stellen gibt, bei denen man noch einsparen kann", meinte der Leiter des Hochschulsports Dr. Christian Wopp in der letzten Woche. Thema des Gespeächs war die weiterhin gültige Schließung des Uni-Schwimmbades am Uhlhornsweg

"Kühne Rechner glauben, daß hier durch Heizkosten- und Personaleinsparung etwas erreicht werden kann. Dabei ist der Gesamtschaden nach meiner Meinung größer, als wenn das Bad in Betrieb ist", meinte Wopp. "Die Schwimmeister müßen selbsverständlich weiterbezahlt werden, die Einsparung bei den Heizkosten ist sehr zweifelhaft, da der Schwimmbadbereich mit dem Gedamtsportkomplex heizungstechnisch vernetzt ist und die Einkünfte sind durch den Nichtbetrieb derzeit auf Null."

Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Geschädigte durch die spektakuläre Maßnahme des Uni-Kanzlers. "Kurse wie die Wassergymnastik fallen schon jetzt aus. Ob die Seniorensportkurse oder Kinderschwimmkurse ab Oktober normal laufen können, bleibt zumindestens zweifelhaft", so Christian Wopp. "Hauptleittragende sind derzeit Studenten, die als Aufsichtspersonal im Bad einige Mark für den Unterhalt nebenbei verdienen konnten. Damit ist es im Moment 'Essig'. Wie es aussieht, bleibt das Bad den gesamten September mit Sicherheit geschlossen. Ich hoffe, daß der Betrieb bis spätestens 10. Oktober zum Semesterbeginn wieder normal aufgenommen wrden kann."

Problematisch sieht Christian Wopp das leerstehende Becken für Pumpen, Leutungen und Fliesen. "Falls das Becken weiter leersteht, muß das Schwimm-Hallenbad innerhalb der nächsten Tage aufwendig eingemottet werden; sonst fallen die Punmpendichtungen trocken und werden porös. Das Becken muß gegen Korrosion versiegelt werden und Kacheln sowie die aufwendige Holzdecke müßen gegen Trockenheit geschützt werden. Neben all diesen technischen Problemen ist aber auch die menschiche Seite ernsthaft zu analysieren. 25 Studenten, die hier wichtige, nach tatsächlicher Leistung bezahlte Einkünfte nicht bekommen, haben jetzt echt Schwierigkeiten."

Quelle: Oldenburger Sonntagszeitung, 37/1994, 11.9.94, Seite 9

Joey, 13.9.94